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Dokumentation

Hintergründe. Die Digitalisierung von Druckwerken.

In den Jahren seit ca. 1996 sind in großem Umfang gedruckte Werke digitalisiert und über das Internet frei zugänglich gemacht worden. Diese Digitalisate sind zum großen Teil aus Projekten entstanden, die mit öffentlichen Mitteln (z.B. der DFG) gefördert wurden und bei denen an Bibliotheken und anderen wissenschaftlichen oder privaten Einrichtungen vor allem Spezialbestände besser erschlossen und leichter zugänglich gemacht werden sollten. Die Vielzahl vereinzelter Angebote, die dabei entstanden sind, stellen zum großen Teil wertvolle Ressourcen dar, die leider nicht in dem Maße bekannt sind und benutzt werden, wie es ihrer Qualität entsprechen würde. Hinzu kommt, dass etliche Digitalisierungsprojekte mit dem Auslaufen der Förderung nicht mehr aktiv gepflegt und in die öffentliche Wahrnehmung eingebracht werden können. Es besteht deshalb der dringende Bedarf nach einem zentralen Verzeichnis, das nicht nur die zahlreichen Digitalisierungsprojekte besser sichtbar macht, sondern auch die digitalisierten Werke und weitere Erschließungsinformationen an einer Stelle nachweist. Diese sollen unter einer Oberfläche durchsuchbar gemacht werden, um Benutzer dann zu den eigentlichen Digitalisaten weiterzuleiten. Diese verbleiben im Normalfall bei den Institutionen, von denen sie digitalisiert worden sind und angeboten werden.

Mit dem Beginn der "Flächen-" oder "Massendigitalisierung" wächst außerdem die Gefahr der "Doppeldigitalisierung" von Ausgaben. Die mehrfache Digitalisierung wäre eine Ressourcenvergeudung und kann nur vermieden werden, wenn an zentraler Stelle leicht ermittelt werden kann, ob ein Werk bereits andernorts digitalisiert worden ist.

Bei der Integration zahlreicher verschiedener, teilweise experimenteller Digitalisierungsprojekte ergibt sich die Gelegenheit, die gewonnenen Informationen zu homogenisieren, qualitative Mindeststandards zu etablieren und diese zu allgemeinen Empfehlungen auch für die weitere Digitalisierung auszubauen. Das Zentrale Verzeichnis digitalisierter Drucke hat deshalb nicht nur eine sammelnde und sichtende Funktion, sondern verfolgt auch die Entwicklung geeigneter inhaltlicher und technischer Formate und kann dadurch ggf. standardisierende Wirkungen für die laufende und zukünftige Digitalisierung entfalten.

Projektpartner

Das Zentrale Verzeichnis Digitalisierter Drucke ist ein Kooperationsprojekt zwischen der "Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke" (AG SDD), der "Verbundzentrale des Gemeinsamen Bibliotheksverbundes" (VZG) und dem "Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen" (hbz). Während die AG SDD als Zusammenschluss von sechs großen deutschen Bibliotheken für die inhaltlichen Belange zuständig ist, kümmern sich die Verbundzentralen vor allem um die technische Realisierung des Projekts.

Was weist zvdd nach? Was ist verfügbar? Was soll noch verfügbar gemacht werden?

Projektphasen

Grundsätzlich weist zvdd in einer ersten Projektphase (2005-2007) digitalisierte Druckwerke nach, die in Deutschland digitalisiert worden sind und über das Internet allgemein und frei zugänglich sind. Dabei handelt es sich zu einem großen Teil um wissenschaftliche Erschließungsprojekte aus den Jahren 1996-2006, die mit Mitteln der DFG gefördert worden sind. Zugleich werden aber auch andere digitale Sammlungen berücksichtigt, soweit dies mit den zur Verfügung stehenden Mitteln möglich ist.

In der ersten Projektphase werden Digitalisate auf der Ebene der Sammlungen bzw. Digitalisierungsprojekte und auf der Ebene der Werke (bzw. Ausgaben) nachgewiesen. In der zweiten Phase sollen dann auch Strukturdaten, später auch Volltextdaten durchsuchbar gemacht werden.

In einer zweiten Projektphase (2007-2008) sollen auch Projekte aus Österreich und der Schweiz berücksichtigt werden. Außerdem sollen dann auch verstärkt digitale Sammlungen nachgewiesen werden, die nicht aus einem unmittelbar wissenschaftlichen Kontext oder mit Hilfe von DFG-Fördermitteln entstanden sind.

In der weiteren Perspektive ist zu entscheiden, ob und in welchem Maße nicht frei zugängliche Digitalisate in zvdd nachgewiesen werden sollten. In einem ersten Schritt könnten zugangsbeschränkte Ressourcen gemeinsam mit den Inhalten der Nationallizenzen angeboten und durchsuchbar gemacht werden. In einem weiteren Schritt könnte dann ein gemeinsame Oberfläche geschaffen werden, in der der Benutzer selbst auswählen kann, ob in beiden Bereichen (frei / unfrei) oder nur einem Teilbereich gesucht werden soll.

Schließlich ist ebenfalls zu überlegen, ob und in welcher Form digitale Sammlungen aus dem weiteren internationalen Bereich integriert werden sollten.

Materialhomogenität

Zvdd weist grundsätzlich alle Werke nach, die jemals gedruckt worden sind und nun vollständig digitalisiert und bibliografisch erschlossen vorliegen und frei zugänglich sind. Zvdd weist dementsprechend z.B. keine Handschriften, keine Archivalien, keine musealen Objekte, keine Fotografien oder andere nicht-gedruckte Objekte des kulturellen Erbes nach. Zvdd weist auch keine Texte nach, die "digital born" sind und ausschließlich in elektronischer Form existieren. Für alle diese Objekte gibt es andere Portale oder wird es in Zukunft andere Portale geben. Aus dem gleichen Grund verzichtet zvdd zunächst auch auf den Nachweis von "Inkunabeln", also Druckwerken aus der Zeit vor 1500. Für diese besteht bereits die verteilte digitale Inkunabelbibliothek (vdIb).

Eine Beschränkung auf eine klar definierte Materialart ermöglicht erst die homogenisierende Zusammenführung von Ressourcen, die unter zahlreichen verschiedenen Konzepten erstellt und mit unterschiedlichsten Standards beschrieben worden sind. Materialhomogenität ist darüber hinaus eine wichtige Voraussetzung für eine klare Perspektive der Benutzer hinsichtlich der Inhalte des Portals und seiner Nutzungsmöglichkeiten. Schließlich unterstützt die restriktive Definition des Gegenstandes eine weitere modulare Architektur der Portalbildung im Bereich des Kulturerbes. Hier können die Inhalte von zvdd dann einerseits leichter in größere Zusammenhänge (BAM-Portale, International übergreifende Portale) eingebunden werden und andererseits für spezialisierte Portale (wie die Virtuellen Fachbibliotheken) bereits erschlossene Teilbestände zur Verfügung gestellt werden.

Die Homogenität des Materials bezieht sich auf die nachgewiesenen Sammlungen bzw. Projekte. Sollten in einem Projekt zur Digitalisierung z.B. alter Drucke vereinzelt Inkunabeln enthalten sein, so werden diese in der Regel nicht aussortiert. Das gleiche gilt auch für andere eingestreute nicht-zvdd-Materialien.

Stand der Dateneinbindung

Die Menge der aktuell bereits in zvdd nachgewiesenen Werke wird direkt bei den Suchoberflächen angegeben. Ebenso ihre Verteilung auf einzelne Dewey-Gruppen oder Dokumenttypen. Damit soll das "black-box-Problem" digitaler Bibliotheken gemildert werden. Einen ersten Überblick über die Inhalte von zvdd gibt darüber hinaus die Liste der Sammlungen. Es handelt sich dabei um eine Aufstellung der "unter derzeitigem Fokus perspektivisch einzubindenden Sammlungen". In der Regel ist die Aufnahme einer Sammlung auf die Liste bereits mit der Anlage eines Datensatzes zur Sammlungsbeschreibung verbunden. Zusätzlich gibt die Aufstellung Auskunft über den Status der Einbindung in das Portal: Vor jeder Sammlung steht ein viergliedriges Farbfeld, die Felder stehen der Reihenfolge nach für (1.) Sammlungsbeschreibung, (2.) Titeldaten, (3.) Strukturdaten, (4.) Volltextdaten. Die Farben bedeuten: Grün für "bereits vorhanden bzw. eingebunden", rot für "noch nicht eingebunden" und grau für "nicht anwendbar" (wenn eine Sammlung z.B. nicht über Strukturdaten verfügt, die man einbinden könnte).

Herkunftsnachweis

Zvdd führt Metadaten in einer zentralen Datenbank zusammen. Sie dienen aber nur der Hinführung auf digitale Publikationen in den verschiedenen Einrichtungen. Die Metadaten selbst enthalten immer die Information, von welcher Institution sie kommen. Auch in der Anzeige von Suchtreffern soll die Institution, die ein Digitalisat erstellt hat und anbietet unmittelbar sichtbar sein. Die Oberfläche des hbz praktiziert hier ein "branding" der angezeigten Datensätzen mit Logos der betreffenden Institutionen. In der Darstellung bei der VZG sollen die betreffenden Institutionen durch eine namentliche Nennung kenntlich gemacht werden.

Informationsarchitektur in zvdd

Grundaufgabe

Grundaufgabe des zvdd ist es, möglichst alle Digitalisierungsprojekte nachzuweisen und alle dort entstandenen Erschließungsinformationen zusammenzuführen und gemeinsam benutzbar zu machen. Auf die eigentlichen digitalen Angebote, die in zvdd selbst nicht integriert sind, wird dann weitergeleitet. Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass eine zentrale Datenbank aufgebaut wird, die Metadaten zu digitalisierten Druckwerken auf verschiedenen konzeptionellen Ebenen enthält.

Vier Informationsschichten

Die in zvdd versammelten Erschließungsdaten lassen sich konzeptionell als Informationen zu vier Schichten beschreiben:

  1. Digitale Sammlungen
    Digitalisierungsprojekte führen zur Entstehung von Sammlungen digitaler Objekte, die oft durch ein gemeinsames Thema oder einen gemeinsamen Dokumenttyp zusammengehalten werden. Diese Projekte bieten außerdem häufig spezielle Nutzungsfunktionen, die in zvdd nicht nachgebildet werden (Beispiel: Historische Karten, UB Bremen). Es ist deshalb wichtig, nicht nur die digitalisierten Ausgaben nachzuweisen, sondern auch die dahinter stehenden Projekte mit ihren eigenen Benutzungsoberflächen besser bekannt zu machen. Digitale Sammlungen werden in zvdd durch gesonderte Datensätze nachgewiesen.
  2. Titeldaten
    Den Kern der zvdd-Metadaten bilden die bibliografischen Datensätzen zu den einzelnen digitalisierten Ausgaben. Dabei handelt es sich zunächst um einzelne Bücher oder Reihen, um Zeitschriften oder Zeitungen, um Karten, Flugblätter und andere gedruckte Werke, wie sie auch bisher in Bibliothekskatalogen nachgewiesen wurden. Da mit der Digitalisierung oft eine tiefere Erschließung einhergeht, sind in zvdd aber auch die "unselbständigen Werke" nachzuweisen. Dabei handelt es sich z.B. um Aufsätze aus fortlaufenden Zeitschriften. Die unselbständigen Werke überwiegen quantitativ gegenüber den selbstständigen Werken bei weitem.
  3. Strukturdaten
    Strukturdaten sind Erschließungsdaten unterhalb der Werkebene; bibliografische Einheiten, denen kein "Werkcharakter" zukommt. Hierbei handelt es sich oft z.B. um Kapitel aus Monographien, um Lexikonartikel oder um Teile von Zeitschriften, die nicht das intellektuelle Werk eines bestimmten Urhebers sind.
  4. Volltextdaten
    In zunehmendem Maße bieten Digitalisierungsprojekte den Text der Werke als elektronischen Volltext. Auch diese Daten sollten über eine zentrale Suchabfrage zugänglich gemacht werden.

Vererbung von Informationen auf nachfolgende Schichten

Die verschiedenen Informationsschichten bilden eine Hierarchie, bei der übergeordnete Schichten die Einheiten darunter liegender Schichten enthalten. Die Erschließungsinformationen der allgemeineren Schicht lassen sich deshalb bei hinreichender Material- oder Sachhomogenität nach unten "vererben". Oft sind den einzelnen Einheiten keine expliziten Erschließungsinformationen beigefügt, weil sie aus Sicht eines Digitalisierungsprojekts trivial sind. In einem Portalkonzept gilt aber die Regel: "was lokal trivial (redundant) ist, kann global eine wichtige Erschließungsinformation sein!". Widmet sich ein Digitalisierungsprojekt z.B. juristischen Dissertationen des 19. Jahrhunderts, so wäre es aus Projektsicht überflüssig, alle einzelnen Einheiten mit der Information zu versehen, dass es sich (a) um Dissertationen aus (b) dem Bereich des Rechts handelt. Bei der Zusammenführung mit anderen Materialien in einem übergreifenden Portal ist es aber wichtig, diese Informationen nachzutragen. Die Erschließung auf der Sammlungsebene kann deshalb zu einer besseren Erschließung auf der Ausgabenebene führen. Gleiches gilt dann auch für die Ebene der Strukturdaten und der Volltextdaten.

Technische Architektur in zvdd

Zentrale Datenbank. Die Suche nach digitalisierten Druckwerken wird in zvdd nicht über eine verteilte Abfrage der einzelnen Digitalisierungsprojekten ermöglicht, sondern durch einen zentralen Datenpool. Dies ist notwendig, weil viele Digitalisierungsprojekte nicht dauerhaft betreut werden können und die Zugänglichkeit ihrer Daten damit für die Zukunft nicht in jedem Fall gesichert ist. Außerdem erlaubt nur die Zusammenführung in einer zentralen Ressource eine Homogenisierung und qualitative Verbesserung der Daten, die Grundlage für die ernsthafte wissenschaftliche Nutzung der Digitalisate ist.

Mapping in ein zentrales Datenformat. Datensätze zu den digitalen Sammlungen bzw. Digitalisierungsprojekten werden von zvdd zentral angelegt. Datensätze zu digitalisierten Ausgaben können aber in den unterschiedlichsten Formaten vorliegen. Diese müssen in ein zentrales Format konvertiert werden. Übersetzungen finden dabei teilweise bei den Datenlieferanten statt, wenn selbstständig oder in Zusammenarbeit mit zvdd Exportformate generiert werden, sie finden teilweise bei der AG SDD statt, die bibliographische Daten sammelt und aufbereitet an die Verbundzentralen weitergibt und sie finden vor allem bei den Verbundzentralen hbz und VZG statt, die die Daten schließlich in ihre Datenbanken einspeisen und anschließend wieder über Schnittstellen nach außen zur Verfügung stellen.
Jede digitale Sammlung bzw. jedes Digitalisierungsprojekt ist dabei grundsätzlich einem der beiden technischen Partner zugeordnet.

Verteilte Datenbanken. Die Einspielung der Titeldaten erfolgt zunächst in eine von zwei Datenbanken bei der VZG bzw. dem hbz. Für die Konzeption und die Gesamtarchitektur des Projektes spielen die technischen Details keine Rolle, sie seien hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt: Bei der VZG-Datenbank handelt es sich um ein PICA-System, das Datensätze in einem lokalen PICA-Format verwaltet, bei der hbz-Datenbank um eine CDS Invenio-Installation, die auf MARC-Datensätze zurückgreift.

Synchroner Datenpool. Beide Datenbanken enthalten die gleichen Inhalte und bilden dadurch einen einzigen gemeinsamen Datenpool ab. Die Synchronizität der Inhalte wird sichergestellt, indem die Datensätze über die OAI-Schnittstelle des jeweils anderen technischen Partners abgerufen und ggf. aktualisiert werden.

Mehrfache Oberflächen. Die beiden Verbundzentralen bieten jeweils eine eigene Benutzeroberfläche an. Dadurch soll das gewohnte "look & feel" der Oberflächen der beiden Verbünde bewahrt werden und den jeweiligen Nutzern die Handhabung der Oberflächen erleichtert werden.

Offene Schnittstellen. Die Daten aus dem zvdd-Datenpool stehen über OAI-Schnittstellen und andere Schnittstellen allgemein zur Verfügung und können dadurch leicht in anderen Zusammenhängen nachgenutzt werden.

Nachweis von Digitalisaten. Einbindung von Daten

Digitale Sammlungen

Konzept und Begriff

Die Begriffe "Digitalisierungsprojekt" und "digitale Sammlung" werden in zvdd gleichbedeutend verwendet. Digitalisierungsprojekte führen in der Regel zur Bildung von digitalen Sammlungen. Dabei können mehrere Projekte zu einer Sammlung führen, wie auch in einem Projekt mehrere Sammlungen entstehen können. Da die sachliche oder Materialhomogenität der Digitalisate ein wichtiger Hebel im Konzept von zvdd ist, wird hier durchgehend das Konzept der "digitalen Sammlung" verfolgt. Manchmal führen Digitalisierungsprojekte zur tiefen Erschließung nur eines umfangreichen Werkes (z.B. in der Lexikondigitalisierung oder der Zeitungsdigitalisierung); um hier Missverständnissen vorzubeugen und eine "schiefe Verwendung" des alltagssprachlichen Sammlungsbegriffes zu vermeiden wird in diesen Fällen gleichbedeutend von "Projekten" gesprochen.

Digitalisate, die nicht aus einem inhaltlich bestimmten oder an einem Bestand orientierten Digitalisierungsprojekt entstanden sind, werden in künstlich gebildeten Sammlungen zusammengefasst ("Varia", "Digitization on Demand", "Sicherungsverfilmung", "Digitalisate der Institution N.N." etc.). Hier ergeben sich u.U. keine vererbbaren Erschließungsinformationen, das Konzept der Sammlung erfüllt aber einen weiteren Zweck, der ihm auch in allen anderen Fällen zukommt: Die Gliederung nach Sammlungen erlaubt ein systematisches Vorgehen bei der Einarbeitung der verschiedenen vorhandenen Digitalisate. Diese können institutionsweise gesammelt werden und weisen dann in der Regel auch das gleiche Ausgangs-Format und gleiche Eigenheiten hinsichtlich der Formatverwendung auf. Dadurch lassen sich jeweils sammlungsspezifische Übersetzungsregeln bei der Einbindung in den zvdd-Datenbestand formulieren. Dieser Vorteil einer sammlungsorientierten Datenübernahme gilt auch für künstlich gebildete Sammlungen! Einen einzigen "Restfall" bilden dann nur noch die verstreuten Einzeldigitalisate - diese müssen tatsächlich manuell zusammengetragen werden und können dann eine Sammlung "Verstreute Einzeldigitalisate" bilden.

Datensätze für Digitale Sammlungen

"Digitalisierungsprojekte" bzw. "digitale Sammlungen" werden durch gesonderte Datensätze beschrieben, die sich möglichst nah an den Standard "Dublin Core Collection Description" (siehe die entsprechende "Working Group") anlehnen. Dessen Anwendung wird im "Dublin Core Collection Description Application Profile" (DC CD AP) beschrieben. Während der Entwicklungsphase von zvdd befand sich das DC CD AP noch im Entwurfsstadium und wurde kontinuierlich überarbeitet und verändert. Auch wenn inhaltlich eine sehr ähnliche Ausrichtung zwischen DC CD und zvdd-Sammlungsbeschreibungen besteht, sind doch einige Unterschiede zu beachten, die dazu führen, dass zvdd-Sammlungsbeschreibungen nicht ganz nach DC CD angelegt werden:

  1. DC CD ist konzeptionell auf physische Sammlungen aller möglichen Materialien und Dokumentarten ausgerichtet, zvdd nur auf Sammlungen digitalisierter Objekte. Das Grundproblem der Sammlungsbeschreibung besteht darin, dass man zugleich (1.) die Inhalte in einer Sammlung, (2.) die Sammlung selbst und (3.) eine die Sammlung erschließende Ressource beschreibt. Dieses Problem liegt für zvdd in noch verschärfter Form vor, weil hier zusätzlich unterschieden werden müsste, ob man jeweils über die Objekte/Sammlungen/Erschließungsformen in ihrer physischen oder digitalen Form spricht. Zum Verständnis denke man hier z.B. an "Erscheinungsjahre", die sowohl die originalen Druckwerke, als auch ihre Digitalisierung, als auch ihre Katalogisierung meinen könnte.
  2. Die zvdd-Sammlungsbeschreibungen erfüllen die gleichen funktionalen Anforderungen wie das DC CD AP: "discovery", "identification" und "selection". Sie haben darüber hinaus aber auch die Aufgabe, die interne Projektsteuerung zu unterstützen. Sie enthalten deshalb Elemente, die nicht in DC CD vorgesehen sind, nur für zvdd relevant sind und beim Export der Daten auch nicht mitgeteilt werden müssen.

Es besteht aus den genannten Gründen ein zvdd-internes Modell und Anwendungsprofil, das das DC CD AP modifiziert und erweitert. Dieses "zvdd DC CD AP" steht derzeit in einer vorläufigen und unterformalisierten Fassung zur Verfügung [Fehlt derzeit noch: Link]. Während das inhaltliche Modell sich in der bisherigen Projektarbeit stabilisiert hat und allenfalls noch minimal verändert werden wird, ist die endgültige Formalisierung gemäß den Regeln für Dublin Core Application Profiles erst dann sinnvoll vorzunehmen, wenn das DC CD AP den Status einer "recommendation" erreicht hat.

Zu beachten ist hier auch, dass die interne Verwendung der Sammlungsbeschreibungen von der formalen Nähe zu Dublin Core unabhängig ist. Diese wird erst dann wichtig, wenn zvdd-Sammlungsbeschreibungen exportiert und in weitere Zusammenhänge eingebunden werden sollen.

Anlage und Pflege von Sammlungsbeschreibungen nach zvdd DC CD AP

In der ersten Projektphase wurden und werden die Sammlungsbeschreibungen von der AG SDD angelegt und in Kommunikation mit den digitalisierenden Institutionen vervollständigt und aktualisiert. Neumeldungen und Änderungen sollten deshalb an die entsprechenden Projektmitarbeiter erfolgen. Mittelfristig soll ein Umstieg auf eine webbasierte Datenbank mit interaktiver Eingabemaske erfolgen, so dass die Institutionen Sammlungsbeschreibungen bzw. Projektbeschreibungen selbst anlegen und pflegen können. Derzeit wird geprüft, ob eine Nachnutzung des "Vascoda CLD Tools" möglich ist.

Nacherschließung von Sammlungen

Durch die AG SDD erfolgt eine Nacherschließung auf Sammlungsebene, die Sammlungen besser auffindbar und benutzbar machen sollen und teilweise auch die Erschließung auf der Ebene der Titeldaten verbessern kann (siehe Informationsarchitektur, Vererbung). Die Nacherschließung umfasst:

  • Dewey-Dezimal-Klassifikation, dritte Ebene.
  • Sacherschließung nach SWD.
  • Gattungsbegriffe für historische Dokumente nach AAD.
  • Geografische Erschließung nach dcterms:spatial
  • Zeitliche Erschließung nach dc:temporal

Eine Erschließung bis zur dritten Dewey-Stelle mag auf den ersten Blick allzu grob erscheinen. Hier ist aber zu bedenken, dass größere Sammlungen verschiedenartiger Objekte selten genauer bestimmt werden können und dass bereits eine solche Grobeinteilung (die immerhin 1000 Klassen umfasst) für eine erste Orientierung auf der Sammlungsebene und eine filternde Suche auf der Werkebene genutzt werden kann.

Die Erschließung nach dcterms:spatial bzw. dc:temporal bezieht sicht auf die Inhalte der in einer Sammlung digitalisierten Werke. Beispiele: eine Sammlung mit Werken zu Sibirien (dcterms:spatial = Sibirien, Asien); eine Sammlung mit Texten zur mittelalterlichen Geschichte (dc:temporal = 500-1500).

Grundgliederung nach hauptsächlichen Dokumenttypen

Sammlungen werden in zvdd auch nach den "vorherrschenden Dokumenttypen" beschrieben. Es können einer Sammlung mehrere Begriffe zugewiesen werden. Die Information ist deshalb folgendermaßen zu lesen: "Sammlung X enthält zu einem substanziellen Teil Dokumente vom Typ Y". Dies ist bei der Benutzung des Portals zu beachten! Wird nach oder in Sammlungen mit einem bestimmten Dokumenttyp gesucht, dann kann nicht davon ausgegangen werden, dass tatsächlich nur dieser Dokumenttyp enthalten sein wird.

Die auf Einfachheit und Übersichtlichkeit ausgerichtete Grundsystematik der Dokumenttypen umfasst derzeit:

  • Monographien und Serien
    • Historische Gattungen
    • Wissenschaftliche und Fachliteratur
    • Ämter, Behörden, Parlamente
    • Belletristik, Literatur, Populäres
    • Kinder- und Jugendbücher
  • Lexika und Nachschlagewerke
    • Enzyklopädien und Lexika
    • Wörterbücher
    • Bibliographien
    • Biographische Lexika
    • Nachschlagewerke
    • Verzeichnisse und Kataloge
  • Periodika
    • Wissenschaftliche Zeitschriften
    • Nichtwissenschaftliche Zeitschriften
    • Amtliche Verlautbarungen
  • Zeitungen
  • Kleinschrifttum, Bildquellen, Karten und sonstiges
    • Landkarten und Atlanten
    • Flugblätter, Einblattdrucke etc.
    • Bildquellen (Plakate, Stiche, Bilder etc.)
    • Musikdrucke

[Fehlt derzeit noch: Die Elemente der Sammlungsbeschreibung im Einzelnen]

Digitalisierte Ausgaben

Was sind "Ausgaben" (= Werke, "Titel")?

Digitale Sammlungen nach dem Sammelauftrag von zvdd enthalten bibliografische Einheiten: Monographien, Serien, Periodika, Zeitungen, Kleinschrifttum etc. Deren Ausgaben wurden auch bisher schon in elektronischen Katalogen erschlossen und nachgewiesen. Zvdd übernimmt in der Regel bestehende oder (für die digitale Fassung modifizierte) Titel-Katalogisate. Zvdd weist aber "Werke" grundsätzlich nach. Diese umfassen neben den "selbständig erschienenen" auch die "unselbständig erschienenen", also Werke, die in übergeordneten bibliografischen Einheiten enthalten sind - wie dies z.B. bei Aufsätzen in wissenschaftlichen Zeitschriften der Fall ist.

Die Unterscheidung zwischen "Werken" und "Sammlungen" ist einigermaßen problemlos, weil man hier der bibliothekarischen Tradition folgen kann. Inzwischen werden zwar manchmal auch ganze "digitale Sammlungen" in traditionellen Nachweisinstrumenten (Katalogen, OPACS) als "eine Ausgabe" nachgewiesen. Zvdd weist solche Katalogisate eher der Sammlungsebene zu und übernimmt entsprechende Datensätze auf der Ausgabeebene nur, wenn es sonst keine eigenständigen Nachweise zu den digitalisierten Titeln gibt.

Im Gegensatz zu den selbstständigen Werken ist die Definition "unselbständiger Werke" durchaus problematisch. Die digitalisierenden Institutionen operationalisieren hier ganz unterschiedliche Vorstellungen. Die Frage ist, ob grundsätzlich jeder unabhängig für sich stehende Teil einer selbstständigen Publikation ein unselbstständiges Werk ist, oder ob nur solche Teile als unselbstständige Werke anzusehen sind, die (1.) eine gewisse intellektuelle Schaffenshöhe erreichen, (2.) einen bestimmten Urheber haben und für die (3.) ein zitierbarer Titel angegeben werden kann. In der "Katalogisierung nach den RAK-WB", hg. von Klaus Haller und Hans Probst, München 62003, S. 14 heißt es dazu nur: "Als Einzelwerk wird eine in sich abgeschlossene geistige Schöpfung bezeichnet, die [...] selbständig oder als Bestandteil einer Sammlung bzw. eines Sammelwerkes unselbständig erschienen ist. Auch einzelne Artikel, Aufsätze, Briefe und dergleichen gelten als Einzelwerke."

Im Bereich der unselbstständigen Werke ist zvdd zu einer vereinheitlichenden Verarbeitung bestehender Erschließungsinformationen gezwungen. Hier wird ein eher enger Begriff unselbstständiger Werke verfolgt. Inhaltsverzeichnisse, Titelblätter, Register, Kurznachrichten und ähnliche bibliografische Einheiten sollen nicht als unselbstständige Werke nachgewiesen werden, sondern können allenfalls auf der Ebene der Strukturdaten aufgenommen werden.

Zur Katalogisierung von Digitalisaten

Digitalisate sollten katalogisiert werden! Bei Digitalisaten handelt es sich um "Sekundärformen"; Publikationen, die zwar auf Vorlagen beruhen, aber doch eigene Veröffentlichungen sind. So wie bisher auch Nachdrucke, Faksimiles oder Mikrofiche-Ausgaben katalogisiert wurden, so sollten auch digitale Ausgaben katalogisiert werden. So wie digitale Ausgaben von Verlagen katalogisiert werden, so sollten auch digitale Ausgaben von Bibliotheken oder anderen Einrichtungen katalogisiert werden. So wie kostenpflichtige Digitalisate katalogisiert werden, so sollten auch kostenfrei zugängliche Digitalisate katalogisiert werden. So wie born-digital Publikationen (z.B. elektronische Dissertationen) katalogisiert werden, so sollten auch retrodigitalisierte Werke katalogisiert werden.

Entstehen Digitalisate außerhalb einer Bibliothek (z.B. in Forschungseinrichtungen oder durch private Initiativen), dann ist anzustreben, dass eine "betreuende Bibliothek" (z.B. die Universitätsbibliothek eines Universitätsinstituts) für den bibliografischen Nachweis sorgt. Ist dies nicht möglich, dann sollten wenigstens im Rahmen des Digitalisierungsprojektes selbst gleichmäßige und qualitätvolle Metadaten gesammelt und verfügbar gemacht werden.

Mindestqualitäten! Bei der Katalogisierung sollten gewisse Mindestangaben gemacht werden, die eine sinnvolle Beschreibung es Werkes geben und eine eindeutige Identifizierung der Vorlage erlauben. Zusätzlich sollten einige Angaben zu der Sekundärform (dem Digitalisat) vorhanden sein. Zu den "Pflichtfeldern" sollten wenigstens gehören:

  • Autor
  • Titel
  • Erscheinungsort, Herausgeber, Erscheinungsjahr
  • Bei unselbständigen Werken: Quelle des Werks (übergeordnetes selbständiges Werk)
  • URN / URL zur digitalen Publikation

Neben diesen eigentlich selbstverständlichen Angaben sollten nach Möglichkeit auch folgende "Soll-Felder" vorhanden sein:

  • Urheber der Digitalisierung, Jahr der Digitalisierung, Vorlage der Digitalisierung, technische Parameter
  • Digitalisierungszusammenhang ("Digitale Sammlung", Digitalisierungsprojekt; z.B. als "Gesamttitel der Sekundärausgabe")
  • Dokumenttyp
  • Lokale Signatur des digitalisierten Exemplars
  • Dewey-Dezimal-Klassifikations-Nummer

Projektintern besteht ein erweiterter Pflichtfelder-Katalog, da hier zu Portalzwecken (technische Steuerung, Homogenisierung, Qualitätssicherung) weitere Informationen vorhanden sein müssen. Innerhalb des Prozesses der Datenkonversion werden die vorhandenen Datensätze deshalb weiter angereichert; Erschließungsinformationen, die sammlungsweit gleich sind (siehe oben: Vererbung) können an dieser Stelle ebenfalls nachgetragen werden und müssen so nicht unbedingt in den von den beitragenden Institutionen abgegebenen Daten enthalten sein.

Abrufkennzeichen. Zvdd empfiehlt die Angabe eines Gesamttitels oder Reihentitels für digitalisierte Objekte. Dieser entspricht der üblicherweise gemeinsamen Publikation und Darstellung der Digitalisate im WWW und bildet den Sammlungs- oder Projektzusammenhang ab. Zusätzlich empfiehlt zvdd die Einfügung eines speziellen Abrufzeichens für Retrodigitalisate in den Katalogaufnahmen. In der Bestimmung von Materialarten wird derzeit in der Regel nur angegeben, dass es sich bei einem Objekt z.B. um eine "elektronische Ressource im Fernzugriff" (i.e. Internetpublikation) handelt. Dadurch ist keine Unterscheidung zwischen born-digital-Publikationen und Veröffentlichungen auf der Basis von Retrodigitalisierung möglich. In Anlehnung an die Praxis bei der Zeitschriftendatenbank (ZDB) empfiehlt zvdd deshalb die zusätzliche Vergabe eines Abrufzeichens "ldd" (Layoutgetreu digitalisierter Druck); dieses sollte bei der Darstellung in MAB2 in Feld 078e stehen.

Bibliographisches Format in zvdd

Der Austausch von Daten innerhalb von zvdd geschieht auf der Basis eines minimal verkürzten MAB2-Formats (MAB = Maschinelles Austauschformat für Bibliotheken). Eine summarische Aufstellung steht ebenso zur Verfügung wie einige kommentierte Beispieldatensätze in zvdd-MAB.

Übermittlung von bibliographischen Daten an zvdd

OAI-Schnittstellen. Zvdd bevorzugt die Übernahme von Daten über das OAI-PMH-Protokoll. Idealer Weise werden hier Daten in zvdd-MABxml bereit gestellt (Beispiele). Ein Import kann aber auch aus "normalen" MAB-Daten erfolgen. Ist die Generierung dieses Formats nicht möglich, so können die Datensätze auch in anderen bibliografischen Formaten wie MARC oder lokalen PICA-Dialekten übernommen werden. OAI-PMH sieht zunächst nur Dublin Core (DC) als empfohlenes Format vor. Grundsätzlich ist auch eine Übernahme über DC möglich. Es sollte dann aber sichergestellt werden, dass möglichst alle verfügbaren Ausgangsdaten in DC ausgedrückt werden und die oben angesprochene Mindestqualität erreicht wird.

Datenabzüge aus OPACs. In vielen Fällen liegen bibliographische Daten zu Digitalisaten bereits in OPACs vor, ohne dass sie über eine OAI-Schnittstelle erreichbar wären. In diesen Fällen können die Daten einfach über eine filternde Auswahl übernommen werden, wenn die Zuordnung von Ausgaben zu "digitalen Sammlungen" gegeben ist oder rekonstruiert werden kann. Zvdd empfiehlt bei der Katalogisierung die Angabe eines "Gesamttitels der Sekundärform" bzw. eines Reihentitels, der dem Digitalisierungsprojekt oder der "digitalen Sammlung" entspricht. Über ein solches Kennzeichen ist dann der Abruf und die anschließende Anreicherung der bibliographischen Daten mit weiteren Informationen leicht möglich. Wird das Konzept der "digitalen Sammlung" bzw. der digitalen Gesamttitel nicht unterstützt, so kann trotzdem versucht werden, Kriterien für die Identifikation und den Abruf von bibliographischen Daten zu finden. Solche Kriterien können z.B. URN-/URL-Teilstrings in Verbindung mit Erscheinungsjahren sein.

Datenübermittlung per e-mail. Titeldaten (bibliographische Daten) können auch per e-mail an zvdd übermittelt werden. Dabei gilt die gleiche Format-Präferenz-Folge wie bei den anderen Formen der Datenübernahme: (1.) zvdd-MAB2, (2.) MAB2, (3.) andere bibliografische Formate, (4.) jede andere Form gleichmäßig strukturierter Daten (z.B. lokale Datenbankformate). Falls gewünscht, kann zvdd bei der Erstellung von lokalen Exportformaten unterstützend tätig werden.

Strukturdaten

Was sind Strukturdaten? Strukturdaten sind Erschließungsdaten unterhalb der Werk-Titel-Ebene und oberhalb der Volltextebene. Sie beschreiben bibliografische Einheiten, denen kein "Werkcharakter" zukommt. Hierbei handelt es sich oft z.B. um Kapitel aus Monographien, um Lexikonartikel oder um Teile von Zeitschriften, die nicht das intellektuelle Werk eines bestimmten Urhebers sind. Strukturdaten entstehen in Digitalisierungsprojekten, wenn Inhaltsverzeichnisse erschlossen werden, wenn charakteristische Gliederungselemente aufgenommen werden um einen gezielten Einsprung in umfangreichere Werke zu ermöglichen oder wenn Volltextdaten weiter ausgezeichnet werden, um Textstrukturen zu identifizieren. Strukturdaten liegen in den lokalen Projekten in verschiedenen Formen und Formaten vor und stehen dann zur Verfügung z.B. als: eBind, TEI, METS oder als lokales Exportformat (z.B. Agora-xml).

Strukturdaten in zvdd. Zvdd entwickelt ein Format, mit dem die Strukturdaten an zentraler Stelle zusammengeführt werden können. Dabei geht es nicht um die Nachbildung der erschlossenen Strukturen selbst und auch nicht um die Zusammenführung aller Auszeichnungselemente aus digitalen Volltexten. Es handelt sich vielmehr um ein möglichst einfaches Indexierungsformat, mit dem die Suche nach typisierten Erschließungseinheiten und die punktgenaue Weiterleitung auf diese Ressourcen möglich werden. Das zvdd-Format für Strukturdaten ist deshalb auch kein Format für die Digitalisierung, sondern für die Zusammenführung von Digitalisierungsergebnissen. Dazu werden folgende Informationen übernommen bzw. hergestellt:

  • Übergeordnetes Werk (in dem die Strukturdaten enthalten sind)
  • Ggf. übergeordnete bibliografische Einheit auf Strukturdatenebene
  • Erschließungsinformation (z.B. das Lemma eines Lexikonartikels oder der Wortlaut einer Kapitelüberschrift)
  • Typ der bibliografischen Einheit gemäß einer verallgemeinernden zvdd-Typologie
  • Typ der bibliografischen Einheit gemäß der lokalen Typologie des Digitalisierungsprojektes
  • Link zum Objekt (zur erschlossenen bibliografischen Einheit)

Diese reduzierten Strukturdaten sollen in einem vereinfachten Subset der TEI-Guidelines (TEI = Text Encoding Initiative) in Anlehnung an die Empfehlungen "TEI in Libraries" abgebildet werden.

Elektronische Volltexte

Zu den Erschließungsinformationen in der Digitalisierung gehören auch die elektronischen Volltexte. Dabei kann es sich einerseits um das Ergebnis unbearbeiteter automatischer Zeichenerkennung (so genannte "schmutzige OCR-Volltexte") und andererseits um korrigierte (automatische oder manuelle) Transkriptionen handeln, die u.U. noch weiter ausgezeichnet sind. Perspektivisch sollen auch diese Volltexte in die Suche in zvdd integriert werden. Die technische Umsetzung ist allerdings nicht Teil der ersten Projektphase.

Zusammenarbeit von zvdd mit anderen Einrichtungen und Portalen

zvdd und "digitalisierende Einrichtungen"

Die wichtigsten "Partner" von zvdd sind all jene Einrichtungen, bei denen durch die Digitalisierung elektronische Publikationen entstanden sind oder fortlaufend entstehen oder die Kataloge pflegen, in denen Digitalisate nachgewiesen werden. Zvdd ist auf die Mithilfe dieser Partner angewiesen, verfolgt aber das Ziel, möglichst keine Mehrarbeiten zu verursachen. Zvdd unterstützt diese Einrichtungen deshalb so weit wie möglich z.B. bei der Erstellung von Exportformaten auf Werk-/Titelebene und bei der Anlage von Sammlungsbeschreibungen.

Verfügbarkeit der Metadaten in zvdd

Alle in zvdd gesammelten Metadaten stehen über offene Schnittstellen allgemein zur Verfügung. Sollte diese Verbreitung von einzelnen Institutionen nicht gewünscht werden, so wird um ausdrücklichen Widerspruch gebeten. Die Daten stehen zunächst über OAI-Schnittstellen beim hbz und bei der VZG zur Verfügung. Dabei werden eine ganze Reihe von Formaten angeboten:

hbz-Formate VZG-Formate
Dublin Core Dublin Core
MABxml MABxml
MABxml-zvdd MABxml-zvdd
MARCxml  

Der Abruf von Daten über OAI kann global (alle Daten, ohne Angabe eines "sets") oder nach verschiedenen "sets" erfolgen, die wiederum (redundant!) verschiedenen Ordnungsprinzipien folgen:

hbz-sets VZG-sets
Die einzelnen digitalen Sammlungen
(z.B. collection:festkultur.hab.wf)
Die einzelnen digitalen Sammlungen
(z.B. oai:zvdd.gbv.de:collection:fest)
Sammlungsbeschreibungen
(collection)
 
Digitalisierte Werke nach DDC-Gruppen
(z.B. ddc:030)
 
Ausgaben nach Publikationstypen
(z.B. pub-type:article)
 
Titel nach einspielender Institution
(z.B. collection:zvdd.gbv.goe)
 

Wichtig: ein einzelner Datensatz ist über die verschiedenen Kriterien in mehreren sets enthalten! Verschiedene Gruppe von "sets" (z.B. die Sammlungs-sets) können andererseits zusammen genommen insgesamt alle Datensätze enthalten.

[Fehlt derzeit noch: Weitere Schnittstellen ...]

zvdd und Virtuelle Fachbibliotheken

Zvdd ist an einer intensiven Zusammenarbeit mit den Virtuellen Fachbibliotheken interessiert. Zvdd profitiert davon, wenn aus den ViFas fachspezifische Digitalisierungsprojekte gemeldet werden. Auf der anderen Seite stellt zvdd nach Fächern zusammengestellte OAI-sets mit den Metadaten zu digitalisierten Werken bereit, die direkt in den Katalogen der ViFas nachgenutzt werden können.

Mittelfristig baut zvdd für die ViFas auch schreibende Zugänge zum zentralen Datenpool auf, so dass eine weitere Nacherschließung der digitalisierten Werke durch die virtuellen Fachbibliotheken erfolgen kann.

zvdd und andere allgemeine Portale

Die in zvdd versammelten Metadaten stehen anderen Portalen zur Nachnutzung zur Verfügung. Die Übernahme kann durch die OAI-Schnittstellen oder andere Schnittstellen in den verschiedenen von zvdd bereit gestellten Datenformaten erfolgen. Als erstes Beispiel für die Nachnutzung von zvdd-Daten in anderen Zusammenhängen sei auf das Zentralverzeichnis elektronischer Publikationen verwiesen.

Hosting verwaister oder von Verwaisung bedrohter Sammlungen

Zvdd weist "Metadaten" nach und verweist von Suchtreffern aus auf die lokal angebotenen Digitalisate. Es besteht darüber hinaus aber auch das grundsätzliche Angebot der Verbundzentralen VZG und hbz, digitale Publikationen komplett zu hosten, wenn die lokalen Projektträger die dauerhafte Sicherung und Verfügbarkeit selbst nicht gewährleisten können wollen. Ein dauerhaftes Hosting, verbunden mit einer Neupräsentation wird derzeit z.B. für die digitalen Sammlungen "Preußische Rechtsquellen" und "Musikdrucke des 19. Jh." erarbeitet.
Für die Möglichkeiten des Datenhostings wende man sich an die Ansprechpartner bei der der VZG bzw. beim hbz.

Weitere Informationen zu zvdd (Flyer, Vorträge, Publikationen etc.)

  • Flyer
  • Pressemitteilungen
  • Publikationen
  • Vorträge
    • Dr. Thomas Stäcker: „Das Zentrales Verzeichnis Digitalisierter Drucke (zvdd) - ein Baustein zur Digitalisierung des gedruckten kulturellen Erbes”. Europäischer Kongress: Schriftliches Kulturerbe erhalten - eine nationale Aufgabe im europäischen Rahmen, Leipzig, 13. bis 15. März 2006; Kurzfassung unter dem Titel "Das Zentrale Verzeichnis Digitalisierter Drucke (zvdd)" publiziert in AKMB-news 12/1 (2006), S. 32-34.
    • Patrick Sahle: „Aus den Stücken das Ganze. Der Nachweis digitalisierter Ressourcen im Zentralen Verzeichnis Digitalisierte Drucke (zvdd).” Kongress: 95. Deutscher Bibliothekartag, Dresden, 23. März 2006.
    • Patrick Sahle: „Techniken und Standards für die Erschließung historischer Dokumente”. Tagung: Forschung in der digitalen Welt. Sicherung, Erschließung und Aufbereitung von Wissensbeständen, Hamburg, 10./11. April 2006.
    • Dr. Silke Schomburg, Patrick Sahle: „Kooperativer Aufbau eines nationalen Portals zum Zentralen Verzeichnis Digitalisierter Drucke (zvdd).” Tagung: hbz-Verbundkonferenz. Köln, 30. November 2006.
    • Patrick Sahle: „AG SDD - Arbeitsgemeinschaft Sammlung Deutscher Drucke: zvdd- Zentrales Verzeichnis digitalisierter Drucke”. Tagung: eudico. Europas kulturelles und wissenschaftliches Erbe in einer digitalen Welt. Berlin, 21.-22. Februar 2007.
    • Dr. Silke Schomburg: „Zentrales Verzeichnis digitalisierter Drucke. Ein Beitrag zur Portalbildung im BAM-Sektor”. Tagung: "Information und Ethik" - 3. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek, Leipzig, 19.-22. März 2007

FAQ

Warum weist zvdd keine gedruckten Ausgaben vor 1500 nach?

Die bibliografische Beschreibung von Inkunabeln unterscheidet sich stark von Büchern aus der voll entwickelten Druckkultur (nach 1500). Es ist deshalb sinnvoll, dass diese unterschiedlichen Objektbeschreibungen auch in unterschiedlichen Portalen recherchierbar gemacht werden. Für die Inkunabeln gibt es z.B. die verteilte digitale Inkunabelbibliothek

Warum gibt es zwei Portaloberflächen?

Die Sammlung und Homogenisierung von Daten einerseits und das Anbieten der Daten in einer Suchoberfläche sind zwei Aufgaben, die grundsätzlich getrennte von einander betrachtet werden können. Der zvdd-Datenpool steht allgemein zur Verfügung. Auf ihm kann im Grunde jeder Interessierte eine eine Nutzungsoberfläche aufbauen. VZG und HBZ setzen dazu jeweils verschiedene Software-Umgebungen ein, bieten ein unterschiedliches "look&feel" und leicht abweichende Funktionalitäten.

Warum wird an den hohen bibliografischen Standards festgehalten? Wozu der ganze Aufwand?

Warum macht man es nicht gleich wie google? - Gedruckte Werke werden traditionell sehr genau erschlossen und bibliografisch beschrieben, um differenzierte und zielgenaue Recherchen zu ermöglichen. Es gibt keinen Grund im Bereich digitalisierter Werke hinter die gut erprobten Qualitätsstandards der Bibliotheken zurückzufallen, zumal für den bei weitem überwiegenden Teil der Ausgaben hochwertige bibliografische Datensätze bereits bestehen. Eine Reduktion wertvoller Erschließungsinformationen auf eine blinde Volltextsuche bringt zwar schnell zahlreiche Treffer, diese sind dann aber oft wenig aussagekräftig. Versuchen Sie einmal mit der google-Buchsuche herauszufinden, wie viele und welche Werke eines bestimmten Autors eigentlich schon digitalisiert sind!
Daneben gibt es noch ein anderes Problem, das von den bestehenden Suchmaschinen nicht gelöst werden kann und erst durch zvdd behoben wird: große Teile der Metadaten zu digitalisierten Werken sind im "deep Web", d.h. in fachspezifischen Datenbanken, deren Inhalte erst als Reaktion auf Suchanfragen sichtbar werden. Diese Informationen werden von den Suchmaschinen nicht erfasst. In der Zusammenführung bei zvdd und z.B. in der Bereitstellung über OAI werden sie aber allgemein sichtbar und auch in den große Suchmaschinen indexiert.

Wie wird sichergestellt, dass alle Digitalisate erfasst werden?

Mit öffentlichen Mitteln geförderte und andere größere Projekte sind in der Regel gut bekannt und werden von zvdd angesprochen, um die Möglichkeiten zum Nachweis der Metadaten zu klären. Bei kleineren Projekten ist zvdd auf die aktive Meldung der digitalisierenden Institutionen angewiesen. Hinweise auf weitere existierende digitale Sammlungen, die noch nicht auf der Liste der Sammlungen verzeichnet sind grundsätzlich höchst willkommen.

Wie kann man seine eigenen Metadaten in zvdd einbringen?

Zunächst ist zu prüfen: ist zvdd für die in Frage stehenden digitalen Ressourcen zuständig? Bestehen hinreichend qualitätvolle Metadaten? Wenn beides der Fall ist, dann sollte Kontakt zu zvdd aufgenommen werden um einen geeigneten Übermittlungsmodus (Schnittstellen, Datenbankselektion, mail-Abgabe) und ggf. ein geeignetes Datenformat zu finden. Ansprechpartner sind die zvdd-Mitarbeiter bei der AG SDD, bei der VZG und beim HBZ.

In welchem Rahmen erfolgt eine nachträgliche Erschließung durch zvdd?

Nacherschlossen werden zunächst Digitalisierungsprojekte und digitale Sammlungen. Soweit die thematische oder Materialhomogenität dies zulässt können Erschließungsinformationen auch auf andere Ebenen (z.B. die Ausgabenebene) vererbt werden. In Zukunft soll außerdem die Möglichkeit geschaffen werden, dass auch einzelne Ausgaben nacherschlossen werden - z.B. durch die an bestimmten Themengruppen interessierten virtuellen Fachbibliotheken.

Wie kann man zvdd-Daten in andere Portale einbinden? Wie kann man zvdd-Daten nachnutzen?

Der einfachste Weg zur Nachnutzung ist die Verwendung der OAI-Schnittstellen. Über diese Schnittstellen können alle Metadaten in verschiedenen Formaten und verschiedenen inhaltlichen oder materialorientierten Zusammenstellungen abgerufen werden. Siehe die Erläuterungen zu den Schnittstellen (Verfügbarkeit der Metadaten).

Welche Datenformate werden in zvdd benutzt?

Unterschiedliche Objekte bzw. Informationsarten erfordern unterschiedliche Beschreibungsstandards. Digitalisierungsprojekte bzw. digitale Sammlungen werden in Anlehnung an " Dublin Core Collection Description" (DC CD) durch ein zvdd DC CD Anwendungsprofil beschrieben. Titeldaten einzelner Werke werden in den lokalen Projekten in den unterschiedlichsten Datenformaten verwaltet, bei zvdd in zentrale Formate zusammengeführt und in einem leicht vereinfachten MAB2-Format ausgetauscht. Nach außen stehen sie aber neben MAB auch in Dublin Core (DC) und in MARC zur Verfügung. Strukturdaten werden vor Ort ebenfalls in unterschiedlichen Formaten (eBind, METS, TEI, lokale Formate) vorgehalten und sollen zum Zweck der zentralen Indexierung bei zvdd in einem stark vereinfachten TEI-Derivat abgebildet werden.

Version 0.8, Stand: 18.09.2006, Patrick Sahle (AG SDD) für zvdd